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Rheumatologische Fachassistenz - Was kann und soll sie leisten?
Das Arbeitsfeld der Arzthelferin ist umfangreicher geworden, die Fachkraft hat heute mehr Verantwortung, als nur dem Arzt assistierend zur Seite zu stehen. Die erste Anerkennung dieser erweiterten Arbeitsleistung bekam der Beruf 2006, als die Bezeichnung „Arzthelferin“ in „Medizinische Fachangestellte“ (MFA) umbenannt wurde.
Dank der fortschreitenden medizinischen Entwicklung erfordern neue Behandlungsstrategien, Bildgebungsverfahren und Therapiemöglichkeiten (z. B. Biologika) eine qualifizierte und standardisierte Weiterbildung. Durch die Kooperation von BDRh, DGRh und der Rheumaakademie wird seit Herbst 2006 ein zertifiziertes Curriculum angeboten, das zur Führung des Abschlusses „Rheumatologische Fachassistenz DGRh-BDRh” berechtigt. Das Ziel dieser Weiterbildung ist die Vermittlung von differenziertem, fachspezifischem Wissen in Bezug auf die Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, sowie die praktische Anwendung der rheumatologischen Assessments (DAS28, FFbH, BASDAI, BASFI, BASMI). Die seit 2009 durchgeführten Refresher-/Update-Kurse gewährleisten die kontinuierliche Weiterbildung der MFA nach dem aktuellen Qualitätsstandard. In einer Befragungsstudie, die vor dem Hintergrund konzipiert wurde, dass besser qualifiziertes Assistenzpersonal zur sicheren und effizienteren Nutzung limitierter Ressourcen führen und bei der Patienteninformation mithelfen kann, konnte gezeigt werden, dass durch diese Qualitätsmaßnahme eine Verbesserung der Kompetenz und Arbeitszufriedenheit erreichbar ist.
Zunehmend erwarten die Ärzte selbstständiges Arbeiten in Bezug auf Patienten- und Praxismanagement, welches eine intensive und integrative Zusammenarbeit von Arzt und Assistenz, aber auch eine berufliche Weiterbildung erfordert. Um diese Ziele zu verfolgen, gründete sich am 30. Oktober 2009 der Fachverband Rheumatologische Fachassistenz e. V. in Köln. Grundgedanken und Ziele sind u. a. weitere Möglichkeiten zur Fortbildung durch eigene Workshops, Veranstaltungen mit Selbsthilfegruppen, der kommunikative Austausch untereinander und – wenn machbar und inhaltlich sinnvoll – diesen auch zu den fachübergreifenden Nachbardiziplinen zu schaffen. Letztlich sollen diese Qualifikationsmaßnahmen eine Kompetenzverbesserung, eine wirkungsvolle Unterstützung des Praxisinhabers in der täglichen Arbeit, eine höhere Arbeitszufriedenheit sowie eine kompetente Behandlung des Rheumapatienten erreicht werden.
Nicht zuletzt kann vor dem Hintergrund der deutlichen Unterversorgung mit internistischen Rheumatologen in Deutschland das Assistenzpersonal eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Selbständige und delegierbare Tätigkeiten (s. Abb.) auch ärztlicher Leistungen (für einige gibt es juristischen Klärungsbedarf) nach zertifiziertem Wissensstand und praktischer Erfahrung schaffen die Chance, den Praxisinhaber im ärztlichen und unternehmerischen Sinne zu entlasten, dies vor allem vor dem Hintergrund des neuen zu erwartenden Versorgungsgesetzes.
Ulrike Erstling
(1. Vorsitzende)
Fachverband Rheumatologische Fachassistenz e.V.
Geschäftsstelle:
c/o Ulrike Erstling
Dombach-Sander-Str. 87a, 51465 Bergisch Gladbach
tätig in der rheumatologischen Schwerpunktpraxis
Dr. med. Thomas Karger, Köln


